Ist deutscher Rap scheiße geworden?

Veröffentlicht auf von Thomas Euler

In letzter Zeit führe ich gehäuft Gespräche mit Leuten, die früher große HipHop- und Rapfans waren, sich jedoch heute davon abgewendet haben oder alternativ nur die alte Mucke hören. In diesen Unterhaltungen fallen dann auch häufig Sätze wie "Deutscher Rap ist doch total scheiße geworden!". Ist das so? Ist deutscher Rap wirklich Scheiße geworden?

Ich glaube das nicht. Vielmehr ist er wesentlich vielfältiger geworden als vor 10 Jahren. Heute rappen eben auch Gangster oder solche, die es gerne wären, es wird mehr über Pornothemen, Gewalt und Ghettoattitüde gerappt. Das gab es früher nicht bis kaum und die älteren Raphörer können sich damit oft nicht identifizieren. Ich inbegriffen, weil ich weder Gangster noch Pimp noch aus'm Ghetto bin. Trotzdem finde ich solche Musik nicht per se scheiße. Wenn es ein ernstzunehmender Künstler ist, der weiß wovon er spricht und zudem noch Skills am Mic hat, gebe ich Props an ihn und seine Mucke. Es gibt eben verschiedene Lebensrealitäten da draußen, nicht nur die eigene. Und was könnte die Verständigung, den Austausch und das Verständnis besser beflügeln, als HipHop?

Wer allerdings partout keinen Bock auf solche Texte hat, der findet immer noch anderen Kram - er muss vielleicht nur ein bisschen gründlicher suchen. Klar, dass derjenige Rap heute schlechter findet, der nur noch bei MTV & Co. am Rande guckt, was geht. Bewegt man sich allerdings mit ein wenig offeneren Augen durch die HipHop-Welt, findet man nach wie vor jede Menge klasse Musik. Vermutlich sogar zahlenmäßig mehr als früher. Vor einigen Jahren war die Zahl der Releases so gering, dass beinahe alles gefeiert wurde, was überhaupt rauskam. Kein Wunder, dass bei gesteigertem Output nicht mehr alles gefallen kann. Wer Beispiele für wirklich guten Rap aus Deutschland will, der möge mal die diversen Top 5's unserer Autoren durchgucken. Wer weder mit Huss & Hodn, Creme Fresh, Dynamite Deluxe oder Germany (um nur ein paar zu nennen) zufriedenzustellen ist, der sollte dann vielleicht tatsächlich andere musikalische Wege einschlagen. Ich hab gehört, auch Volksmusiker wollen ihre Platten verkaufen.

Kurz und knapp: Mir geht das ewige Gemeckere auf den Sack. Wer nicht zufrieden ist mit Rap, der soll doch die Musik machen, die er hören möchte. Was aber aber in den meisten Fällen vermutlich gar nicht nötig wäre - ein bisschen weniger Verbissenheit und Engstirnigkeit würde da schon reichen. Gibt man sich dann beim Suchen noch ein wenig Mühe, klappt es auch wieder mit dem HipHop.

Nuff said.


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StreetRap 06/04/2011 16:38



hi,


ich würde ja mal sagen dieser Blog ist tot und hat keinerlei aktivität aber ich sehe hier noch Restbesucher die zwischendurch herkommen ! Ich biete euch unseren Blog an streetrap.de wir suchen
noch viele interessierte User und auch gerne Autoren für Beiträge



heinrich essmann 04/08/2011 20:08



würde auch sagen das der deutsche rap vielseitiger geworden ist.dazu kommt er ist nicht mehr neu und frisch. bands wie fanta vier mit ihrem damals noch vorhandenen wortwitz waren grossartig.was
die gangsterrapper angeht ,das ist j nicht alles fake das stellt durchaus deutschen alltag dar ob das allerdings gut gemacht ist .......hm well



Aist 02/07/2008 21:40

Seh ich genauso wie du ;-)GrüßeAist

sugarman 02/06/2008 12:17

Ich wollte eigentlich nen Kommentar zu Thomas Eulers Blogeintrag zum Thema: ist HipHop in Deutschland scheiße schreiben...wurde aber zu lang ;) deshalb hier: die Antowort