Guter HipHop? Gutes durch HipHop!

Veröffentlicht auf von Thomas Euler

Einer der Grundgedanken, der stets hinter HipHop stand, war es, Kinder und Jugendliche dazu zu bewegen, ihre Zwiste und Streitigkeiten auf einer anderen Ebene als Gewalt zu lösen. Aus diesem Prinzip entstand die Battlekultur, die zum HipHop gehört wie das Ei zur Henne. Ausgefochten werden sollten die Battles im Tanzen, Sprühen, Cutten oder Rappen. Und auch wenn heute schnell der Eindruck erwachsen kann, dass davon nichts mehr über ist, vielleicht sogar das Gegenteil der Fall sein könnte, da aus HipHop-Streitigkeiten schließlich echte Gewalt resultiert, findet man nach wie vor unterstützenswerte Aktionen, die genau jenen Grundgedanken weitertragen.

Daher stellt hier in den nächsten Tagen jeder der Headspins-Autoren ein soziales Projekt vor, das sich diesem HipHop-Anliegen verschrieben hat. Außerdem würde ich mich freuen, wenn auch andere HipHop-Blogger oder Autoren teilnehmen, indem sie auf Ihrem Blog oder Magazin auch ein derartiges Projekt vorstellen. Ich werde dann hier ein Dossier erstellen, in dem alle Artikel zu dem Thema gesammelt werden. Wer also einen entsprechenden Bericht verfasst, soll einfach einen Link oder Trackback auf diesen Artikel setzen und/oder einen kurzen Kommentar mit dem Link zum entsprechenden Beitrag hinterlassen. Wer außerdem mit Tags arbeiten kann, soll bitte das Tag "HipHopHilft" bei seinem Artikel verwenden.

Ein paar Anforderungen an die Projekte oder Organisationen, die Ihr vorstellt, gibt es allerdings. Idealerweise sollten Sie mit HipHop direkt zu tun haben, also etwa Workshops mit Jugendlichen oder ähnliches. Alternativ sollte zumindest klar werden, inwieweit das Anliegen des Projektes in den HipHop-Kontext passt. Werden z.B. gezielt Kinder von der Straße geholt, ist dies durchaus okay, Greenpeace hingegen passt hier eher schlecht. Selbstverständlich sollte eigentlich sein, dass auch ein Link zur entsprechenden Organisation im Artikel auftaucht - der Sicherheit halber erwähne ich es aber trotzdem.

Zum einen soll so gezeigt werden, dass HipHop eben auch eine andere Seite hat als die medial derzeit ausgeschlachtete. Zum anderen soll so eine Sammlung von Projekten entstehen, die zur Unterstützung der vorgestellten Aktionen animiert; finanziell oder aktiv. Und vielleicht bekommt der Ein oder Andere auf diese Weise sogar ein paar Ideen und stellt selbst etwas auf die Beine.

HipHopHilft

Gangway e.V. - GangwayBeatzBerlin

Der Berliner Verein Gangway e.V. betreibt seit 1990 kontinuierlich Streetwork in der Hauptstadt. Neben vielen anderen Projekten, die von dem Verein getragen werden, entstand im letzten Jahr auch GangwayBeatzBerlin. Im Rahmen dieses Projektes wurden Jugendliche aus verschiedenen Berliner Kiezen von der Straße ins Tonstudio geholt. Unter Anleitung von Djibutie MC wurden Ihnen grundlegende Elemente des Textschreibens und Musikmachen nähergebracht.

HipHopHilft

Gemeinsam ist daraus nun eine CD entstanden, die ab Mai 2008 auch in den Läden stehen wird. Bedingung war es, auf gewaltverherrlichende und frauenfeindliche Texte zu verzichten. Was dabei herausgekommen ist, kann man sich probeweise schon mal auf der MySpace-Seite des Projekts anhören. Im ebenfalls dort zu findenden Mission Statement heißt es:

"Das Projekt 'Gangway Beatz Berlin' wurde ins Leben gerufen, um jungen Menschen mit Interesse an der HipHop Kultur die Entstehungsgeschichte, den eigentlichen Sinn und die Motivation derer, die diese vor fast vierzig Jahren begonnen und kreiert haben, zu vermitteln. Hingewiesen werden soll darauf, dass HipHop und Rap viel mehr sind als das, was sich heutzutage (vor allem in Deutschland) durch die Massenmedien in der Mainstream-Rapszene widerspiegelt. Dabei wollen wir nicht bewerten sondern viel mehr darauf hinweisen, dass Rap so viel mehr zu bieten hat als das Gangster-Image,  das immer wieder so gerne von der Industrie gepuscht wird.

Die Projektidee stammt von Gangway  e.V. Das ist ein Verein, der seit 1990 auf Berlins Straßen mit Jugendlichen arbeitet. Viele von diesen jungen Menschen werden als „schwierig" eingestuft und oft von der Öffentlichkeit als störend empfunden. Viele von ihnen sehen sich als ausgegrenzt und chancenlos. Sätze wie „Die wollen uns hier doch sowieso nicht haben." hören wir immer wieder. Die große Mehrzahl dieser jungen Menschen konsumiert Rapmusik, einige von ihnen sind aktiv am Start und manche verstehen sich als Teil der Hip Hop Familie.

Dieses Projekt soll unterstreichen, dass die HipHop Kultur genau diesen sozialen Umständen entsprang. Dass sie von jungen Menschen kreiert wurde, die permanent mit denselben Konflikten konfrontiert wurden. Sie fanden einen Weg, kreativ und vor allem gewaltlos (wenn auch nicht immer) mit ihrer Wut und ihrem Frust umzugehen und diese Emotionen in eine damals noch ganz neue Kunstform einfließen zu lassen."

Wie ich finde ein toller und unterstützenswerter Ansatz. Die Tracks die dabei entstanden, sind übrigens teilweise ziemlich cool. Wer sich also wie auch immer einbringen möchte, sei es finanziell oder mit Manpower, der kann sich beim Gangway e.V. umgucken, der dieses und andere Projekte ins Leben gerufen hat. Weitere Informationen findet ihr hier:

Gangway e.V. Website
GangwayBeatzBerlin bei MySpace


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Flying Steps 02/26/2008 12:22

Die 4fachen Breakdance Weltmeister Flying Steps engagieren sich bereits seit Jahren im Bereich Nachwuchsförderung. Flying Steps Tänzer Mikel nimmt dabei eine tragende Rolle ein. Er gibt jeden Mittwoch einen kostenlosen Tanzkurs im Haus der Jugend Mitte in Berlin Wedding. Außerdem unterrichtet er zur Zeit kostenlos eine Schulklasse an der Herman Herzog Grundschule in Berlin Wedding.Die Flying Steps Academy Tanzschule besteht bereits seit einem halben Jahr und hat sich als Zentrum des Urbanen Tanzes in Berlin etabliert. Zusätzlich zu den regulären Tanzkursen finden auch soziale Projekte in der Flying Steps Academy statt.Am 16.03. organisiert die Flying Steps Academy unter der Leitung von Mikel ein soziales Event namens Berl-in Circle. Das Event soll der Urbanen Tanzkultur in Berlin eine neue Plattform bieten.Es finden Tanzwettbewerbe mit ausgewählten Teilnehmern in verschiedenen Kategorien wie z.B.: 1vs1 Battle, Crew Battle, Powermove Battle, etc statt. Den Gewinnern winken exklusive Pokale im Design des Berliner Hip Hop Bären und diverse weitere Sachpreise. Die Flying Steps agieren als Jury und Showact.Außerdem wird es offene Tanzkreise, Workshops und Showacts geben, die allen Besuchern ermöglichen sich auszutauschen und Erfahrungen zu sammeln.Das Event Berl-in Cirle findet ab dem 16.03. regelmäßig alle drei Monate in der Flying Steps Academy statt. Der Eintritt für Besucher und Teilnehmer ist frei.www.flying-steps.dewww.myspace.com/flyingstepsberlinwww.youtube.com/flyingsteps