Über Jay-Zs 150 Millionen Dollar Deal

Veröffentlicht auf von Thomas Euler

Es gab viele Gerüchte darüber, was Jay-Z nach seinem Ausstieg als President bei Def Jam als nächstes machen würde. Nun lichtet sich der Nebel und es wird konkret: Jigga wird laut einer Meldung der New York Times einen Vertrag mit dem Konzertveranstalter Live Nation unterzeichnen. Das Bundle umfasst allerdings wesentlich mehr als nur die Veranstaltung von Konzerten und unterstreicht Entwicklungen, die der geneigte Beobachter in letzter Zeit des Öfteren in der Musikindustrie ausmachen konnte.

Insgesamt werden 150.000.000$ im Rahmen des Deals fließen. 50 Millionen davon werden über den Zeitraum von 10 Jahren in Jay-Z's Musikunternehmen mit dem Namen Roc Nation eingebracht. Unter dem Firmendach soll es ein Label, einen Verlag, ein Künstlermanagement und Taltenscouting geben. Weiterhin werden 25 Millionen als Finanzierung für Tours gezahlt. Lizenz- uns Sponsoringrechte an Jay-Z und seiner Musik werden an Live Nation für ca. 20 Millionen US-Dollar gehen. Pro neuem Album erhält Jigga 10 Millionen US-Dollar; drei Alben müssen es in den nächsten 10 Jahren mindestens sein. Zudem bekommt er 25 Millionen als Vorrauszahlung.

Damit verlässt mit Jay-Z nach beispielsweise Madonna ein weiterer Künstler und Weltstar die klassischen Plattenlabels. Denn die CD-Verkaufszahlen befinden sich auf dem absteigenden Ast und Musiker brauchen neue Finanzierungsquellen. Konzerte sind eine der wichtigsten davon, was der Musik letztlich nur gut tun kann. Denn wenn Liveauftritte ein wichtiges Standbein für einen Musiker sind, dann sollten sie tunlichst auch gute Liveacts sein. Denkt man etwa in die 90er Jahre zurück, in denen Studioretortenpopmusik ziemlich populär war, besteht Hoffnung, dass genau diese Art von Musik künftig schlicht nicht mehr rentabel ist. Der Fan wird es danken und kann vermehrt gute Konzerte besuchen.

Für die großen Plattenlabels ist diese Entwicklung natürlich weniger erfreulich, verlieren sie doch zunehmend an Bedeutung und Einfluss. Will man jedoch keine Musikkultur, die primär von finanziellen Interessen dominiert ist, muss man zu dem Schluss kommen: Gar nicht mal so schlecht. Öffnen sich die Big Four nicht bald auch Geschäftsmodellen, in denen der reine Verkauf von Musikaufnahmen nicht mehr primäre Einnahmequelle ist, wird es für sie künftig auch sicherlich nicht bequemer.

Weiterführende Artikel:
>> New York Times: Jay - Z on Verge Of $150 Million Live Nation Deal: Report
>> Ballerstatus: Jay-Z Close To Inking $150 Million Deal With Live Nation
>> HipHopDX: Jay-Z Lands $150 Million Deal With Live Nation

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