Koch Records mit Streitigkeiten über Beats

Veröffentlicht auf von Thomas Euler

Bei Koch Records gibt es Streitigkeiten über die Art und Weise, wie dort Beats verwendet werden. Im aktuellen Fall geht es darum, dass auf AZ's Album ein Feature mit Ray J erschienen ist, der identische Beat jedoch auch auf dem kurz danach erschienen Album von Ray J Verwendung fand, jedoch mit Styles P als Featurepartner. Nun hat sich AZ lautstark über das Vorgehen von Koch beschwert, da er nach eigener Aussage nicht darüber informiert war, dass der Beat auch anderweitig genutzt werden würde. Im letzten Jahr gab es bereits einen ähnlichen Fall, als die Sängerin Jha Jha sich beschwerte, dass ein von ihr eingesungener Track nicht veröffentlicht wurde, allerdings auf Foxy Browns Album in deren Version erschien. Mehr Hintergründe kann man bei HipHopDX nachlesen.

Als jemand, der neben HipHop auch viel Reggae und Dancehall hört, ist mir der ganze Aufruhr nicht verständlich, zumal weder AZ noch Jha Jha für den Beat bezahlen mussten. Denn, für alle denen es nicht bekannt ist, in Jamaika ist es Gang und Gebe, dass ein Riddim (Beat) von mehreren Artists gevoicet wird. Die Tracks erscheinen dann als 7'', auf Alben und oft noch auf Riddim-Compilations. Ist dies den Künstlern in irgend einer Weise abträglich? Nein. Denn sie müssen wesentlich weniger bezahlen als für eine exklusive Produktion. Und selbst mit einem mittelmäßigen Track haben sie die Chance auf Rotation zu kommen, wenn der Beitrag auf einem aktuell angesagten Riddim erschienen ist. Auch ist mir nicht bekannt, dass sich jemals ein Hörer über dieses Vorgehen beschwert hätte. Im Gegenteil. Denn im Club kommt man auf diese Art eben nicht nur einmal in den Genuss des Burner-Beats, sondern kann sich über ein ganzes Set von Tunes auf eben diesem freuen. Außerdem hat man so schlicht und ergreifend mehr Abwechslung.

Natürlich könnte man nun anmerken, dass die entstandenen Songs weniger einzigartig sind und daher einen geringeren künstlerischen Wert haben. Dem allerdings ist nicht so. Als bester Beweis sei hier auf den Doctors Darling Riddim hingewiesen. Mit Seeeds Waterpumpe (feat. Anthony B),Tanya Stephens It's A Pitty oder Nosliws Nur dabei sind, neben vielen anderen, lauter geniale und dennoch auf ihre Art einzigartige Tracks entstanden, die auf jedem Dance eine Garantie für tanzendes Volk sind.

Daher fände ich es sogar, ganz im Gegenteil, angenehm, wenn es auch im HipHop auf manch einem genialen Beat nicht nur eine Version von Vocals gäbe.

Veröffentlicht in Vermischtes

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Eugen 04/10/2008 07:04

Als bestes Beispiel fällt mir da "My Turn" von The Game ein.Diesen Beat habe ich schon so oft gehört! Oder hat gar Game den Beat von irgendjemanden kopiert?